
Die Küche ist drin. Der Wert nicht automatisch.
Restaurant-Inventar bei der Übernahme prüfen: Warum ein voller Geräteraum noch keinen guten Kauf bedeutet.
Von Amed F. Kavak, Gründer GastroLaunch · Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit
Kurze Antwort
Der teuerste Satz bei einer Besichtigung: «Das ist alles inklusive»
Eine Küche wirkt auf den ersten Blick wie ein Startvorteil. Du siehst Edelstahl, einen Ofen, Kühlung und eine Spülmaschine. Unsichtbar bleiben Wartungsbedarf, fehlende Unterlagen und die Frage, ob die Ausstattung überhaupt zu deiner geplanten Karte passt. Genau dort kann aus einer scheinbar günstigen Übernahme ein teurer Umbau werden.
Bitte um eine Einzelaufstellung statt einer pauschalen Inventarsumme. Trenne bewegliche Geräte, feste Einbauten, Mobiliar und Verbrauchsmaterial. Lass dir erklären, welche Positionen tatsächlich verkauft werden. Auch ein laufender Betrieb ist kein Beweis dafür, dass du ihn ohne technische oder behördliche Änderungen unverändert weiterführen kannst.
Eigentum zuerst, Preis danach
Verlange für die wesentlichen Geräte Kaufbelege oder nachvollziehbare Eigentumsnachweise. Frage ausdrücklich nach gemieteten, geleasten oder von Lieferanten bereitgestellten Geräten. Eine Kaffeemaschine kann sichtbar im Lokal stehen, ohne dass sie dem Verkäufer gehört. Halte die Antworten schriftlich fest.
Prüfe ausserdem, wer über feste Einbauten verfügen darf und welche Rückbaupflichten bestehen. Inventarkauf und Mietverhältnis hängen praktisch zusammen, sind aber nicht dasselbe. Bei unklaren Eigentums- oder Vertragsfragen sollte eine qualifizierte Rechtsberatung eingebunden werden. Der allgemeine Übernahme-Leitfaden ergänzt diese technische Checkliste.
Weiterführende Grundlage: KMU-Portal: Unternehmensbewertung und Due Diligence
So sieht eine brauchbare Inventarliste aus
Erfasse Hersteller, Modell, Seriennummer, ungefähres Anschaffungsdatum, bekannte Reparaturen, Zubehör und vorhandene Dokumente. Fotos helfen, den Zustand bei Übergabe festzuhalten. Die Liste sollte auch zeigen, was fehlt: Bleche, Körbe, Filter, Anschlussteile oder Bedienungsunterlagen können später Aufwand verursachen.
Notiere pro Gerät drei Fragen: Funktioniert es heute? Passt es zu meinem Betrieb? Was kostet es, es betriebsbereit zu übernehmen? Ein technisch funktionierender Ofen ist wenig wert für dich, wenn Kapazität, Stromversorgung oder Produktionsablauf nicht passen. Nutze den Geräte-Generator als Gegenprüfung deines tatsächlichen Bedarfs, nicht als Gutachten über den Bestand.
Nicht nur einschalten: im Betrieb prüfen
Bitte bei wichtigen Geräten um eine fachkundige Funktionsprüfung unter realistischen Bedingungen. Eine leuchtende Anzeige sagt nichts darüber aus, ob Kühlung stabil bleibt, eine Maschine dicht ist oder ein Ofen zuverlässig arbeitet. Sicherheitsrelevante Prüfungen gehören in qualifizierte Hände; demontiere keine Elektro- oder Gasanlagen selbst.
Frage nach Wartungsberichten, Störungen und Ersatzteilverfügbarkeit. Kläre vor dem Kauf die notwendigen Anschlüsse und ob vorhandene Installationen übernommen werden können. Bei Lüftung und fest installierter Technik kann die Bewertung komplexer sein als beim einzelnen Tischgerät. Halte Unsicherheiten als offene Punkte fest, statt sie mit einem pauschalen Rabatt zu verdecken.
CHF 20’000 Kaufpreis können mehr als CHF 20’000 kosten
Rechenbeispiel: Ein angebotenes Inventarpaket kostet CHF 20'000. Kommen CHF 3'000 dokumentierte Reparaturen und CHF 2'000 Anpassungen hinzu, beträgt der bekannte Aufwand bereits CHF 25'000. Das ist keine Marktpreisschätzung und enthält noch keine Reserve für unbekannte Mängel.
Vergleiche diesen Gesamtaufwand mit passenden Alternativen. Ein Ersatzgerät kann teurer im Einkauf, aber wirtschaftlicher im Betrieb sein. Umgekehrt kann ein gut gewartetes Bestandsgerät sinnvoll bleiben. Im Occasion-Ratgeber findest du den Blick auf mehrjährige Gesamtkosten. Neupreis minus ein willkürlicher jährlicher Prozentsatz ist keine ausreichende Bewertung.
Was in die Übergabe gehört
Vereinbare eine eindeutige Liste mit Zustand, enthaltenem Zubehör, ausgeschlossenen Positionen und offenen Mängeln. Dokumentiere Zählerstände, Schlüssel, Unterlagen und vereinbarte Leistungen. Die technische Bestandsaufnahme sollte mit der rechtlichen Kaufvereinbarung übereinstimmen.
Das KMU-Portal des Bundes unterscheidet mehrere Verfahren der Unternehmensbewertung und beschreibt Due Diligence als detaillierte Prüfung vor einer Übernahme. Für deinen Restaurantkauf bedeutet das: Gerätewert ist nur ein Teil der Entscheidung. Prüfe Mietvertrag, Betriebskonzept und Finanzzahlen separat. Wenn eine offene technische Frage den Betrieb gefährdet, ist Abklärung vor Unterschrift wertvoller als ein schöner Besichtigungsrundgang.
Dein nächster Schritt
0/5Bilder: KI-generierte Illustrationen, keine dokumentierten Kundenprojekte. Redaktioneller Stand: 14. Oktober 2026.
Aus einer guten Frage wird ein konkreter Plan.
Besprechen wir dein Konzept, den Standort und die offenen Punkte vor deiner nächsten Investition.
Projekt besprechenHäufige Fragen
Was ist bei «Restaurant-Inventar bei der Übernahme prüfen» entscheidend?
Prüfe jedes wichtige Gerät nach Eigentum, Zustand, Wartung, Einbausituation und Eignung für dein Konzept. Inventarpreis, Firmenwert und künftige Ertragskraft sind verschiedene Grössen; eine Altersformel allein liefert keinen verlässlichen Kaufpreis.
Sind die Zahlen in diesem Ratgeber Schweizer Marktdaten?
Nein. Zahlenbeispiele sind ausdrücklich als Rechenbeispiele gekennzeichnet. Sie zeigen eine Methode und müssen durch deine eigenen Kosten und Beobachtungen ersetzt werden.
Wie kann ich mein Vorhaben konkret prüfen?
Nutze die verlinkten Planungstools für eine erste Struktur. Kläre technische, rechtliche und behördliche Fragen danach mit den zuständigen Fachpersonen und Stellen.