
Take-away Standort finden: Wie erkennst du, ob ein Lokal genug Kunden bringt?
Ein Take-away lebt von Menschen, die zufällig vorbeigehen. Wie viele das sind, kannst du messen – mit einem Notizblock und zwei Mittagspausen.
Von Amed F. Kavak, Gründer GastroLaunch · Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit
Kurze Antwort
Zähle an mindestens zwei Werktagen zur Hauptzeit, wie viele Menschen pro Stunde am Lokal vorbeigehen. Multipliziere mit den Hauptstunden und einer vorsichtigen Eintrittsquote. Das Ergebnis vergleichst du mit der Gästezahl, die du für deine Fixkosten brauchst. Liegt das Potenzial nicht klar darüber, ist der Standort zu schwach.
Zwei Lokale, gleiche Miete, 300 Meter auseinander. Vor dem einen gehen mittags 150 Menschen pro Stunde vorbei, vor dem anderen 450. Auf dem Papier sehen beide gleich aus. In der Kasse liegt am Monatsende ein Unterschied, der über Erfolg oder Aufgabe entscheiden kann.
Die gute Nachricht: Diese Zahl musst du nicht schätzen. Du kannst sie zählen.
Schritt 1: Zählen, nicht fühlen
Stell dich zur Mittagszeit vor das Lokal und zähle alle, die auf deiner Strassenseite vorbeigehen – in 15-Minuten-Blöcken, an mindestens zwei Werktagen. Notiere Wetter und Wochentag. Ein sonniger Freitag sagt wenig über einen nassen Dienstag.
Schritt 2: Wer kommt wirklich herein?
Nur ein kleiner Teil der Passanten wird Gast. Wie gross dieser Teil ist, hängt von Sichtbarkeit, Angebot, Preis und Konkurrenz ab. Darum rechnest du nicht mit einer Zahl, sondern mit Szenarien. Ein Standort ist nur dann gut, wenn auch das vorsichtige Szenario deine Kosten trägt.
Standort-Potenzial-Rechner
Mögliche Gäste pro Tag
24
Unter deinem Bedarf – der Standort ist zu schwach.
Netto-Umsatz pro Tag
CHF 374
Netto-Umsatz pro Monat
CHF 9'731
bei 26 Öffnungstagen
Reserve
-36 Gäste
unter dem Bedarf
Gäste pro Hauptstunde
6.0
Die Eintrittsquote ist eine Annahme, keine Marktzahl. Rechne mit mehreren Werten. MwSt für Take-away: 2,6 %.
Woher kommt die Zahl «Gäste, die du brauchst»?
Aus deinen Fixkosten, deinem Bon und deinem Wareneinsatz. Unser Gäste-Rechner zeigt dir, wie du sie herleitest. Erst beide Zahlen zusammen sagen etwas über den Standort.
Was die Zählung nicht zeigt
- Abend und Wochenende: Büroquartiere sind abends leer, Ausgehviertel mittags.
- Konkurrenz: Drei Kebab-Läden in Sichtweite teilen sich dieselben Passanten.
- Sichtbarkeit: Ein Eingang hinter einer Säule halbiert die Wirkung jeder Passantenzahl.
Fazit
Ein guter Take-away-Standort ist keiner, der sich gut anfühlt, sondern einer, bei dem die gezählten Passanten auch im vorsichtigen Szenario deine Kosten decken. Zwei Mittagspausen Zählen sind die billigste Versicherung vor einem Mietvertrag über fünf Jahre.
Wie gut ist dein Wunschstandort?
Der Standort-Score bewertet Lage, Umfeld und Konkurrenz für dein Konzept.
Standort bewertenHäufige Fragen
Wie zähle ich Passanten richtig?
Stell dich zur Hauptzeit (z. B. 11:30–13:30) an zwei bis drei Werktagen vor das Lokal und zähle in 15-Minuten-Blöcken alle, die auf deiner Strassenseite vorbeigehen. Notiere Wetter und Wochentag. Rechne danach auf Stunden hoch.
Welche Eintrittsquote ist realistisch?
Das hängt stark von Sichtbarkeit, Angebot und Konkurrenz ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Rechne deshalb mit mehreren Szenarien – vorsichtig, mittel, optimistisch – und prüfe, ob auch das vorsichtige Szenario deine Kosten trägt.
Ist eine Hauptstrasse immer besser?
Nicht unbedingt. Entscheidend ist, ob die Menschen Zeit und Anlass zum Kaufen haben. Eine ruhigere Gasse neben Büros kann mittags mehr Gäste bringen als eine Durchgangsstrasse mit Autoverkehr.