
Eine Pizza kostet CHF 25 – aber wer verdient daran wirklich?
Der Teig kostet wenig. Trotzdem bleibt dem Pizzaiolo von einem Fünfundzwanziger weniger, als die meisten Gäste denken.
Von Amed F. Kavak, Gründer GastroLaunch · Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Kurze Antwort
Von CHF 25 gehen zuerst rund CHF 1.87 Mehrwertsteuer an den Bund (8,1 % im Lokal). Vom Rest bezahlt die Pizzeria Zutaten, Löhne, Miete, Energie und Nebenkosten. Was danach als Gewinn übrig bleibt, hängt fast vollständig von Personal- und Mietkosten ab – nicht vom Mehl.
«CHF 25 für eine Margherita? Das Mehl kostet doch fast nichts.» Der Satz stimmt – und führt trotzdem in die Irre. Denn wer nur auf den Teller schaut, übersieht, was um ihn herum bezahlt werden muss: die Person am Ofen, der Raum, in dem er steht, der Strom, der ihn heiss hält.
Zuerst kommt der Bund
Bevor die Pizzeria einen Franken sieht, gehen 8,1 % Mehrwertsteuer weg. Bei CHF 25 sind das CHF 1.87. Der Betrieb rechnet also mit CHF 23.13 – nicht mit 25.
Dann die Zutaten – kleiner als gedacht
Mehl, Tomaten, Mozzarella, Olivenöl. Bei einer Margherita ist das der kleinere Posten. Bei Pizzen mit Rohschinken oder Burrata steigt er schnell. Das ist der Grund, warum gute Pizzerien jede Pizza einzeln kalkulieren.
Der grosse Brocken: Menschen und Raum
Löhne nach L-GAV und die Miete an einer Lage, an der Menschen vorbeikommen, sind in der Schweiz die schwersten Posten. Sie fallen an, ob der Ofen voll ist oder nicht. Spiel mit dem Rechner und sieh, wie stark schon wenige Prozentpunkte den Gewinn verschieben.
Wohin fliessen die CHF 25?
Knapp kalkuliert
CHF 1.85
Gewinn pro Pizza · 7.4 % Marge
Bei 60 Pizzen pro Tag (26 Tage): CHF 2'886 pro Monat
- MwStCHF 1.87
- ZutatenCHF 5.78
- PersonalCHF 9.25
- MieteCHF 2.78
- Energie, Versicherung, Abschreibung, GebührenCHF 3.47
Die Prozent-Anteile sind Rechenbeispiele, keine Branchendurchschnitte. Stell sie auf deine eigenen Zahlen ein. MwSt im Lokal: 8,1 %.
Was das für Gäste und Gründer bedeutet
Für Gäste: Der Preis einer Pizza bezahlt vor allem Arbeit und Raum, nicht Zutaten. Für Gründer: Der Hebel liegt selten beim Mozzarella, sondern bei Miete, Personalplanung und Auslastung. Ein Ofen, der zwischen 14 und 17 Uhr leer läuft, kostet mehr als jede Preisdiskussion beim Lieferanten.
Fazit
An einer Pizza verdienen viele mit: der Bund, die Mitarbeitenden, der Vermieter, der Energieversorger. Was der Pizzeria bleibt, ist der kleinste sichtbare Teil – und genau der entscheidet, ob es sie nächstes Jahr noch gibt.
Was kostet deine eigene Pizzeria?
Mit dem Richtpreis-Rechner siehst du die Investition für dein Konzept in zwei Minuten.
Richtpreis berechnenHäufige Fragen
Wie viel Mehrwertsteuer steckt in einer Pizza?
Im Restaurant gilt der Normalsatz von 8,1 %. In CHF 25 inklusive MwSt stecken also rund CHF 1.87 Steuer. Beim Take-away gilt für Lebensmittel der reduzierte Satz von 2,6 %.
Warum ist Pizza im Restaurant teurer als die Zutaten?
Weil die Zutaten nur ein Teil der Kosten sind. Löhne nach L-GAV, Miete an guter Lage, Energie für den Ofen, Versicherungen, Abschreibungen und Kartengebühren müssen ebenfalls aus dem Verkaufspreis bezahlt werden.