Schweizer Restaurant PlanerKostenlos
    Smartphone mit Lieferbestellung neben Take-away-Tüte

    Du bestellst für CHF 40. So viel bleibt dem Restaurant.

    Lieferdienste bringen neue Gäste. Doch die Provision frisst oft mehr, als viele Wirte denken. Eine ehrliche Rechnung.

    Von Amed F. Kavak, Gründer GastroLaunch · Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

    Kurze Antwort

    Lieferplattformen verlangen pro Bestellung eine Provision, deren Höhe vom Vertrag abhängt. Zieht man zusätzlich Ware und Verpackung ab, bleibt vom Bestellwert oft nur ein Teil – und davon sind Lohn und Miete noch nicht bezahlt.

    Zwei Pizzen, ein Salat, ein Getränk: CHF 40. Für den Gast ist das ein bequemer Abend auf dem Sofa. Für das Restaurant beginnt jetzt die eigentliche Rechnung.

    Wohin die CHF 40 gehen

    Zuerst nimmt die Plattform ihre Provision. Dann kommen Zutaten und Verpackung. Erst was danach übrig bleibt, muss Küche, Personal, Miete und Gewinn bezahlen.

    Lieferdienst-Rechner

    BestellwertCHF 40
    Provision der Plattform28 %
    Ware (Zutaten)CHF 12.00
    VerpackungCHF 1.50

    Bleibt für Lohn, Miete & Gewinn

    CHF 15.30

    38 % vom Bestellwert

    Provision

    CHF 11.20

    Ware & Verpackung

    CHF 13.50

    Provision und Kosten sind frei einstellbare Annahmen. Massgebend sind dein Vertrag und deine Einkaufspreise.

    CHF 40 Umsatz sind nicht CHF 40 für das Restaurant

    Für die Bestellung bezahlt der Gast einen Betrag. Der Betrieb sieht später eine Abrechnung. Dazwischen können Provisionen, vereinbarte Aktionen, Korrekturen und weitere vertragliche Kosten liegen. Deshalb ist die Zahl im Bestellportal noch kein Beweis dafür, dass sich der Lieferkanal lohnt.

    Im Rechenbeispiel bleiben von CHF 40 nach 28 % Provision, CHF 12 Zutaten und CHF 1.50 Verpackung noch CHF 15.30. Das ist ausdrücklich kein Gewinn. Der Rechner zieht weder Mehrwertsteuer noch Personal, Miete, Energie oder weitere Vertragskosten ab. Er zeigt einen ersten Restbetrag, mit dem diese Positionen bezahlt werden müssen.

    Eine zusätzliche Bestellung ist erst dann ein guter Verkauf, wenn sie nach ihren zusätzlichen Kosten noch etwas beiträgt.

    Der Unterschied zwischen einer ruhigen Küche und einem vollen Service

    An einem ruhigen Nachmittag kann ein Lieferauftrag vorhandene Kapazität nutzen. Am Samstagabend kann derselbe Auftrag einen Engpass verursachen: Die Küche arbeitet am Limit, Gäste im Lokal warten und das Team muss zusätzliche Verpackung und Übergabe organisieren. Derselbe Bestellwert kann damit zwei ganz verschiedene betriebliche Folgen haben.

    Prüfe deshalb die Lieferung nach Zeitfenstern. Notiere Bestellmenge, Bearbeitungsdauer und Probleme im Service. Wenn es regelmässig stockt, kann eine kleinere Lieferkarte, ein angepasstes Zeitfenster oder eine begrenzte Annahme sinnvoller sein als möglichst viele Bestellungen.

    Die Lieferkarte braucht einen Transport-Test

    Nicht jedes Gericht, das am Tisch begeistert, übersteht den Weg in einer Tüte. Teste ein Gericht in der tatsächlichen Verpackung und nach einer realistischen Transportdauer: Bleibt es appetitlich? Läuft Sauce aus? Wird etwas weich? Stimmen Temperatur und Produktsicherheit? Geschmack und Verpackung gehören in dieselbe Planung.

    Rechne die Verpackung vollständig: Behälter, Deckel, Tüte, Etikett und gegebenenfalls Besteck. Auch die Zeit für das Verpacken zählt. Eine reduzierte Karte mit gut transportierbaren Gerichten kann die Abläufe vereinfachen; ob sie wirtschaftlicher ist, musst du mit deinen eigenen Zahlen prüfen.

    Vier Vertragsfragen, die vor der ersten Aktion geklärt sein sollten

    1. Worauf wird die Provision berechnet? Prüfe die vereinbarte Bemessungsgrundlage und die steuerliche Behandlung der Gebühren.
    2. Wer bezahlt Rabatte? Ein beworbener Rabatt kann ganz oder teilweise beim Restaurant hängen bleiben. Lies die Aktionsbedingungen.
    3. Welche Zusatzkosten gibt es? Kontrolliere Gebühren für Zusatzleistungen, Werbung, Zahlungsabwicklung oder andere vereinbarte Positionen.
    4. Was gilt bei Reklamationen? Kläre Erstattungen, Fehlbestellungen und deren Auswirkung auf deine Auszahlung.

    Hier gibt es keinen einheitlichen Prozentsatz für alle Betriebe. Nutze deinen Vertrag und eine echte Abrechnung. Die angegebene ESTV-Quelle erklärt Steuersätze, nicht Plattformprovisionen.

    Direktbestellung ist nicht automatisch kostenlos

    Eine eigene Bestellseite kann die Abhängigkeit von Plattformen reduzieren. Aber auch dort entstehen Kosten: Zahlungsabwicklung, Betreuung, Werbung und bei eigener Lieferung Fahrer sowie Transport. Vergleiche deshalb die Gesamtkosten pro Bestellung, nicht nur «mit oder ohne Provision».

    Bei Abholung entfällt der Transport durch den Betrieb. Ein Rabatt ist trotzdem nur sinnvoll, wenn nach dem Nachlass ausreichend Beitrag bleibt. Prüfe ausserdem Vertragsbedingungen, bevor du Plattformkunden mit Beilagen oder Angeboten auf andere Bestellwege lenkst.

    Dein nächster Test: zehn echte Bestellungen nachrechnen

    • Wähle unterschiedliche Bestellungen, nicht nur den Bestseller.
    • Erfasse tatsächliche Auszahlung, Wareneinsatz und komplette Verpackung.
    • Notiere die zusätzliche Arbeitszeit und eventuelle Erstattungen.
    • Vergleiche eine ruhige Schicht mit einer stark ausgelasteten.
    • Entscheide danach, welche Gerichte und Zeitfenster du anbieten willst.

    Für die Produktkalkulation nutze den Profit-Rechner. Ob dein Gesamtbetrieb ausreichend Gäste erreicht, zeigt der Break-even-Rechner. Und wenn du eine Lieferküche planst, hilft der Geräte-Generator bei der Ausstattung – bevor du Geräte kaufst, die gar nicht zu deinen Abläufen passen.

    Fazit: Reichweite einkaufen, Wirtschaftlichkeit behalten

    Lieferdienste können ein sinnvoller Verkaufskanal sein. Aber viele Bestellungen sind kein Selbstzweck. Entscheidend ist, ob nach Gebühren und Aufwand genug für deinen Betrieb bleibt, ohne den Service vor Ort zu verschlechtern. Dein stärkster Lieferkanal ist der, dessen Rechnung du verstehst.

    Du planst eine Küche für Lieferung & Take-away?

    Der Geräte-Generator stellt dir die passende Ausstattung mit Richtpreisen zusammen.

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    Häufige Fragen

    Wie hoch ist die Provision von Lieferdiensten?

    Das hängt von Plattform, Vertrag und ob die Plattform selbst liefert ab. Prüfe die Prozentzahl in deinem eigenen Vertrag – im Rechner kannst du sie frei einstellen.

    Soll ein Restaurant auf Lieferdienste verzichten?

    Nicht unbedingt. Sie können Reichweite bringen. Wichtig ist, die Lieferpreise so zu kalkulieren, dass jede Bestellung etwas beiträgt.

    Gibt es Alternativen?

    Eigener Bestellweg über Webseite oder Telefon, Abholung mit Rabatt und Stammgäste-Aktionen senken die Abhängigkeit.

    Quellen

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